Kochfeld — Kriterien für die richtige Auswahl

Wer gerne kocht, stellt sich vermutlich irgenwann die Frage, welches Kochfeld für die jeweiligen Bedürfnissse mehr oder minder täglichen Kochens am besten ist. Dabei geht es neben der Auswahl des „Brennstoffs“ auch um Dinge wie Praktikabilität, Optik etc. Lange Jahre habe ich auf zwei Kochplatten auf 230 V (in einer Pantryküche) gekocht. Mit Improvisation lässt sich auch hier das Meiste mit zaubern, keine Frage. An die Grenzen stößt man aber, wenn man aufwendiger kochen möchte, mehr als vier Personen bekochen möchte (außer Eintöpfe) oder annähernd asiatisch mit dem Wok kochen möchte. Im Anschluss an die zwei Kochplatten folgte dann auch ein Gaskochfeld, mit dem ich inzwischen seit gut sechs Jahren sehr gerne koche. Im Folgenden meine Auswahlkriterien für ein aus meiner Sicht — wenn man die Wahl hat — optimales Kochfeld.

Auswahl des Brennstoffs

Zunächst steht die Entscheidung an, mit welchem „Brennstoff“ befeuert werden soll:

  1. Strom (230 V)
  2. Drehstrom (400 V)
  3. Holz/Kohle
  4. Gas

Variante eins nimmt man gelegentlich noch in kleinen Küchen, in denen kein Drehstromanschluss („Starkstrom“) verfügbar ist. Man kann prinzipiell ein normales E-Kochfeld oder Ceranfeld so anschließen, dass es auch mit 230 V läuft (siehe Schaltplan des Kochfelds). Man hat dann aber eine deutlich geringere Leistung zur Verfügung. Dinge, die Leistung erfordern, wie z. B. Anbraten machen damit dann leider keine Freude. Würde man z. B. Champignons anbraten wollen, es würde nicht gelingen. Nach kurzer Zeit geben die Champignons so viel Wasser ab, dass aufgrund der zu geringen Leistung, die nachgefürt wird nicht direkt verdampfen kann, so dass die Pilze dann eher kochen/schmoren.  Zudem muss man aufpassen — je nach Absicherung im Haus — dass einem die Sicherung nicht rausfliegt, wenn man einen Verbraucher mit einer größeren Last hinzuschaltet (typisch: ältere Staubsauger). Hat man also die Wahl und möchte mit Strom kochen, sollte man sich für Drehstrom entscheiden. In vielen Wohnungen gibt es dieses spezielle Drehstromdose (ohne Stecker, sondern vom Elektriker fest verdrahtet) hinter dem Einschub des Backofens.

Holz und noch spezieller Kohle sind Brennstoffe, die meiner Meinung nach einfach nicht praktikabel sind. Ein mit Holz oder Kohle befeuerter Ofen ist naturgemäß gleichzeitig eine Heizung. Früher hat das auch Sinn gemacht, als die meisten Menschen in Deutschland noch keine Zentralheizung hatten. Dabei war die Küche immer übermäßig warm, und die meisten anderen Räume kühl bis kalt. Spätestens im Sommer überlegt man es sich, ob man seinen Küchenofen, der mit Holz befeuert wird zum Kochen hernimmt. Innerhalb von Sekunden/Minuten ist der im Übrigen auch nicht einsatzfähig, die ganze Masse will je erstmal erwärmt werden. In Sachen Kocherlebnis ist ein solcher Ofen natürlich nicht zu überbieten, hat ja was sehr „archaisches“ so ein Monster von Herd, aber bei den Nachteilen?! Ach, ja, Backen kann man auch gleichzeitig, aber wer will das schon jedesmal?

Bleibt also noch das Gas. In meinen Augen der beste Brennstoff zum kochen. Kostengünstig, schnell, leistungsstark, was fürs Auge.

Auswahl des Kochfelds

Im Folgenden der Versuch einer Zusammenstellung für die Auswahl eines Kochfeldes. Den mit Holz/Kohle befeuerten Küchenherd habe ich dabei bewusst nicht mit aufgenommen, da er zu unpraktisch ist. Natürlich kann eine solche Zusammenstellung nicht völlig objektiv sein, dennoch habe ich versucht zu wichten mit -1 (schlecht), 0 (neutral) und +1 (gut).

Kriterium          Gas
   Induktion
Glaskeramik
E-Kochplatte
Leistung +1 +1 -1 -1
Warmhaltefähigkeit -1 +1 +1 +1
Schnell zu reinigen -1 +1 +1 0
Wok-fähig (Halbschale) +1 -1 -1 -1
Kocherlebnis +1 0 -1 -1
Komfortfunktionen  0 +1 0 0
Sparsamkeit (€/L Wasser) +1 0 -1 -1
Alle Töpfe verwendbar  +1 -1  +1 +1
Stromverbrauch Stand-By 0 -1 -1 0
Lautstärke 0 -1 +1 +1
Bewertung +3 0 -1 -1

Wie zu erwarten war, fällt die Wahl aus meiner Sicht unbedingt auf das Gaskochfeld. Die zwei tatsächlichen Mankos diesen Typs von Kochfeld: Die Reinigungsfähigkeit und die Warmhaltefähigkeit sind nicht wegzudiskutieren, die Vorteile überwiegen aber deutlich. Durch Wahl des richtigen Typs eines Gaskochfelds, lassen sich diese beiden Nachteile auch reduzieren, schlussendlich aber nicht völlig vermeiden. Manch einer erzählt was davon wie unsicher doch Gas wäre. Ein Herd darf sowie so niemals unbeaufsichigt sein und für den Fall, dass mal die Flamme ausgeht und Gas ausströmt, gibt es eine Zündsicherung.

Auswahl des Gaskochfelds

Bei der Auswahl eines geeigneten Gaskochfelds sollten folgende Kriterien beachtet werden. Die Reihenfolge entspricht dabei nicht ihrer Relevanz:

  1. Abmessungen
  2. Leistung (kW)
  3. Anzahl der Flammen / „Kochstellen“
  4. Anordnung der Flammen
  5. Art des Rosts / Topfauflage
  6. Qualität / Verarbeitung
  7. Umbausatz auf Flaschengas verfügbar
  8. Preis

Bei den Abmessungen ist vor allem die „Dicke“ und die Breite von Belang. Man ist gut beraten vorher zu messen, ob der Backofen bei der verwendeteten Dicke der Arbeitsplatte und des Gaskochfelds noch Platz hat (sofern er unter dem Kochfeld platziert wird). Die Breite ist eine Abwägung aus wieviel braucht man und wieviel Platz nimmt mir dann das Feld weg von der Arbeitsfläche. Üblich ist 60 oder 90 cm und mehr, ich habe mich für ein Mittelmaß entschieden, dass bei gut 70 cm liegt.

Leistung (gemessen in kW) ist in meinen Augen ein wichtiger Punkt, will man die Vorzüge des Gaskochfeldes voll auskosten. Meist pendelt man sich da (z. B. bei einem 5-flammigen Kochfeld inkl. Wokbrenner) um gut 10 kW ein. Ein Wokbrenner weit unter 5 kW macht auch nicht wirklich Sinn, da kann man gleich schmoren anstatt pfannenrühren mit einer normalen Pfanne. Aber so einen „richtig schönen Wok-Brenner“ wie im Gastrobereich, für den Outdoorbereich bzw. wie in Asien eben, gerne weit oberhalb von 10 kW nur für den Wok habe ich im normalen Küchenbereich leider noch nicht gesehen. Die Anzahl der Flammen sollte mindestens fünf betragen, nur so kommt man in den Genuss einer Kochstelle für den Wok ohne gleichzeitig auf die komfortablen vier üblichen Flammen verzichten zu müssen. Um auch alle fünf Flammen parallel nutzen zu können — und nur das macht wirklich Sinn — dürfen sie eben nicht ineinander verschachtelt sein. Es gibt solche Kompromisslösungen gelegentlich bei Kochfeldern mit geringer Breite. Hier sind die Flammen so angeordnet wie die fünf Punkte auf einem Würfel, wobei der mittlere Punkt dem Wokbrenner entspricht. Im Extremfall mit einem Wok für vier Personen heisst das dann. Nur der Wok kann verwendet werden, für alles andere ist kein Platz. Das schränkt doch schon sehr ein!

Die Topfauflage ist meist aus Emaille oder wie ich finde etwas wertiger, da schwerer und weniger klapprig aus Eisenguss. Pflicht aber auch üblich ist die Zerlegbarkeit der Topfauflage z.B. in drei Einzelgitter, damit sie leichter handhabbar sind und ggf. in den Geschirrspüler passen. Die Topfauflage sollte (muss in meinen Augen) eine durchgängige Ebene bilden. Es gibt so manches Gaskochfeld, das zwar klasse aussieht, aber nur über jedem Brenner eine separate Topfauflage besitzt. Damit nimmt man sich die Möglichkeit, das heiße Kochgeschirr frei umherzuschieben wie auf einer Ebene.

Die Qualität ist gar nicht so leicht zu bewerten. Sicher kann man sich an Marken orientieren, aber es mag auch Kochfelder von weniger bekannten Firmen geben, die qualitativ hochwertig sind. Am besten in ein Geschäft gehen, das sich auf Gaskochfelder spezialisiert hat (die meisten Geschäfte vertreiben vorwiegend Induktion und Glaskeramik) und Folgendes testen: Ist der Aufdruck neben den Knöpfen, welche Platte angewählt wird bloss aufgedruckt und verschindet nach ein paar Jahren oder dauerhaft und sauber eingestanzt oder eingefräst? Wie fühlen sich die Drehknöpfe an? Haben Sie Spiel, d. h. dreht man erstmal ein wenig in der Luft, bis die Spindel gedreht wird? Wie sind die Ecken ausgebildet? Sehr sauber und mit ungleichmäßigen Überlappungen? Wie fühlt sich die Topfauflage an (einfach mal abnehmen)? Wertig schwer und verwindungssteif oder fimmschig und biegsam? Wie sind die Brenner verarbeitet (einfach mal auseinandernehmen, sie bestehen aus mehreren Teilen)? Haben die einzelnen Teile viel Spiel oder sind sie sauber verarbeitet?

Will man ein Gaskochfeld betrieben, ist entweder eine Gassteckdose in der Nähe des Feldes vorzusehen (Gasinstallateur beauftragen). Alternativ besteht auch die Möglichkeit ein solches Feld mit Gasflaschen zu betreiben. Vorzugsweise mit 11 kg Gasflaschen, die 5 kg Gebinde wären einfach zu schnell leer. Wie lange man mit solchen Flaschen hinkommt, bis sie gewechselt werden müssen hängt natürlich stark vom Kochverhalten ab und davo, ob man auch einen Gasbackofen (ich hab übrigens einen Elektrobackofen, da Temperatur zuverlässig einstellbar) hat oder nicht. Entscheidet man sich für die Flaschenvariante, was man nur tun sollte, wenn man keinen Zugang zu Stadtgas bekommt, muss man darauf achten, dass für das Gaskochfeld auch ein Umbausatz auf Flaschengas angeboten wird. Stadt- und Flaschengas haben nämlich unterschiedliche Brennwerte und das Gasfeld wir mit den anderen Düsen (diese haben eine andere Borung) darauf angepasst. Das sollte natürlich ein Fachmann machen oder man lässt es sich schon mit den richtigen Düsen liefern. Will man ein Gaskochfeld betreiben, muss der Schornsteinfeger hinzugezogen werden, da es sich ja um eine „Feuerstelle“ handelt. Ggf. müssen Lüftungsschlitze oder andere Maßnahmen vorgesehen werden, wenn z. B. der Raum zu klein ist für die entstehende Kohlendioxidmenge. Das legt aber der Schornsteinfeger fest und nimmt dann auch den Umbau ab. Die Lagerung der Gasflaschen ist sicher auch ein Punkt der mit dem Scornsteinfeger schon allein aus Selbstschutz zu diskutieren ist.

Was bleibt?

Nicht genannt wurden hier Kombinationslösung, die die jeweiligen Vorteile von unterschiedlichen Kochfeldern kombinieren können. So kann z. B. ein Induktionskochfeld zum warmhalten und ein Gaskochfeld zum Kochen mit dem Wok verwendet werden oder ein spezielles Induktionskochfeld nur für den Wok verwendet werden. Letztlich ist es sehr individuell, für welches Kochfeld man sich entscheiden wird. Die hier aufgezeigten Kriterien — die Optik wurde hier ausgenommen, da völlig subjektiv — sollten aber hilfreich sein, um das für den jeweilien Anwender optimale Feld zu finden.

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