Frühkartoffeln Annabelle

Gartenrundgang Gourmetbauer — Mitte Juni 2016

Längst überfällig ist der erste Gartenrundgang des Jahres. Ich werde einmal von links nach rechts durch die Beete 1 bis 6 (Aufteilung der Beete) gehen und den aktuellen Stand der Dinge erläutern. Die einzelnen Sorten sind ebenfalls auf der zuvor genannten Seite zusammengestellt. Bewusst aussparen werde ich nähere Details zum Stand der Saatgutvermehrung, das kommt noch in separaten Beiträgen.

Beet 1

Auf Beet 1 stehen Zwergtomaten ganz links in der Reihe, in der Mitte gemischt Auberginen und Paprika und in der rechten Reihe stehen Salate. Im Frühling stand auf dem kompletten Beet ein Folientunnel. Deshalb habe ich auch die Zwergtomaten verwendet, die sind nicht nur schön süß, sie passen auch in den Tunnel. Das Problem war nur, dass sich der Tunnel — obwohl beiden Enden geöffnet waren — so stark erhitzte, dass mir die Paprikas und die Auberginen verbrannt sind. Das ist neben der nassen Witterung auch der Grund, warum diese so schlecht dastehen.

Ich habe den Folientunnel dann komplett entfernt und werde ihn voraussichtlich nur nutzen, um die Saison im Herbst / Winter zu verlängern, mal sehen. Vorstellbar wäre auch z.B. die Saison der Erdbeeren damit zu verfrühen. Schauen wird mal… Tomaten, Paprika und die Auberginen fangen wg. diesem Rückschlag gerade erst an zu blühen, von Früchten noch keine Spur. Dem Salat gefällt die feuchte Witterung ganz gut, die ersten Romanasalatherzen konnten wir schon von diesem Beet ernten. Vorne rechts dann amerikanischer Pflücksalat. Den hatten wir noch nicht, ich bin gespannt wie der sich bewährt. Großer Vorteil: Die Blätter werden aufgrund der später recht hohen Wuchsform nicht dreckig und brauchen dann nicht so intensiv geschaschen zu werden wie etwa Schnittsalat nach einem kräftigen Regen.

Tomate Minibel (links), Aubergine Blaukönigin (vorne Mitte), Paprika Albaregia (Mitte hinten), Pflücksalat Amerikanischer Brauner (vorne rechts) und Romanasalat Little Gem (hinten rechts)

Tomate Minibel (links), Aubergine Blaukönigin (vorne Mitte), Paprika Albaregia (Mitte hinten), Pflücksalat Amerikanischer Brauner (vorne rechts) und Romanasalat Little Gem (hinten rechts)

Beet 2

Auf Beet 2a steht Schnittsalat ganz links, dann in der Mitte der Mangold und rechts Romanasalat. Den Schnittsalat habe ich in dieser Mischung zum ersten Mal ausprobiert. Es handelt sich um einen sogennanten „Mesclun“, eine traditionelle bunte Mischung (u. a. mit Ruccola) aus Italien oder Frankreich. Dieser Ruccola (hier: Eruca sativa) wurde arg durch Erdflöhe angegriffen, wie es typisch für die Kohlgewächse (Brassicaceae) ist, so dass er nicht mehr zu genießen war. Die einzelnen Blätter habe ich dann bei der Ernte des Schnittsalats aussortiert. Der Ruccola wuchs aber eh sehr viel schneller als die anderen Blätter und ging schon z. T. in Blüte.

Im kommenden Jahr werde ich wieder eine normale Schnittsalatmischung ohne Ruccola nehmen und ggf. ein paar Blätter wilden Ruccola (Diplotaxis tenuifolia) aus unserem Kräutergarten zugeben. Beim Mangold habe ich aus der Mischung, die ich im Frühbeet vorgezogen habe, nur rote, gelbe und rosa Exemplare gepflanzt, die weißen schienen mir zu langweilig. Der Mangold ist wie immer eine sichere Bank, er wächst wie Unkraut. Eine Pflanze scheint inzwischen ungewollt zu schießen, ich werde sie mit B-Ware aus eigener Anzucht ersetzen.

Auf Beet 2b stehen in der Mitte eine Reihe klassische rote Beete neben einer Reihe Ringelbeete (rot/weiß gestreifte Sorte). Jeweils außen sind diese mit zwei verschiedenen Sorten Buschbohnen eingefasst. Die Beeten sind immer eine Bank. Ich hatte noch kein Jahr, in dem sie schlecht gewachsen wären oder Schädlinge gehabt hätten. Eine — wie Mangold — vollkommen unproblematische Kultur. Die einzige Einschränkung ist die, dass sie einfach nicht so vielfältig in der Küche zu gebrauchen ist wie z. B. Möhren oder Kartoffeln.

Schnittsalat Mesclun (vorne links), Romannasalat Little Gem (vorne rechts), Mangold bright lights (vorne Mitte), zweierlei rote Beete (hinten Mitte) und Buschbohne Dragons tongue (hinten außen)

Schnittsalat Mesclun (vorne links), Romannasalat Little Gem (vorne rechts), Mangold bright lights (vorne Mitte), zweierlei rote Beete (hinten Mitte) und Buschbohne Dragons tongue (hinten außen)

Beet 3

Auf Beet 3 steht wohl der Klassiker der Mischkultur: Möhren und Zwiebeln. Bei den Möhren habe ich dieses Jahr neben dem bewährten, ertragsreichen Klassiker „Nantaise 2“ (2 Reihen) auch zwei für mich neue Sorten dabei: „Pariser Markt“ und „Purple Haze“ (je 0,5 Reihen). Pariser Markt ist eine runde, sehr frühe Sorte, die man angeblich auch gut für die Frühkultur nehmen kann. „Purple Haze“ ist wie der Name schon sagt violett. Sie soll dazu neigen früher zu schossen als übliche Sorten, dennoch probiere ich sie aus.

Eines ist jetzt schon klar. Der Aufgang der violetten Sorte war — anders als die der beiden anderen — wirklich mies. Mit Wohlwollen sind vielleicht ein Viertel der Samen aufgegangen. Woran das lag ist wie immer praktisch nicht zu sagen. Auffällig ist aber, dass die beiden anderen Sorten sehr gut aufgegangen sind. Trotz gutem Aufgang von „Pariser Markt“ (vorne rechts im Bild) wächst diese deutlich weniger üppich als „Nantaise 2“ (links und Mitte im Bild). Geerntet habe ich bislang nur ein Probeexemplar „Pariser Markt“. Sehr lecker, aber noch zu klein…

Angeblich soll die Mischkultur aus Möhren und Zwiebelgewächsen sich ja gegenseitig durch ihren Geruch die Möhren- und Zwiebelfliege vom Pelz halten könnnen. Ich habe da inzwischen nur noch eingeschränkte Hoffnung, musste ich doch letztes Jahr aufgrund starken Befalls mit Zwiebelfliege alle Porreepflanzen in der Biotonne entsorgen und das trotz Mischkultur mit Möhren. Das Gemüseschutznetz mit enger Maschenweite gegen den Übeltäter liegt schon in der Garage, es sieht aber einfach so übel aus, dass ich es doch noch einmal ohne Netz probieren werde, wenn auch nur mir Zwiebeln und nicht mit Porree. Die Zwiebeln sehen mir aber auch jetzt schon so aus, als wären sie nicht so vital wie sie sein könnten. Hoffentlich ist es nur der ständige Regen und nicht diese elende Fliege!

Weiter hinten im Beet steht noch eine drittel Reihe Lollo Bioanda. Der schmeckt zwar nicht so überragend wie der Romanasalat (unser klarer Favorit), sieht aber in Kombination sehr ansprechend in der Salatschüssel aus und hat eine interessante Textur.

Möhren Nantaise, Pariser Markt und Purple Haze mit Küchenzwiebel Mix und Salat Lollo Bionda

Möhren Nantaise, Pariser Markt und Purple Haze mit Küchenzwiebel Mix und Salat Lollo Bionda

Beet 4

Auf Beet 4a stehen drei Zucchini der Sorte ‚Goldrush‘ aus eigener Vermehrung. Die Keimfähigkeit dieser Samen war ganz ausgezeichnet, ich hatte jede Menge Pflanzen übrig. Wohlwissend, dass die Zucchinischwemme immer kommt, habe ich es bei drei Pflanzen belasen und den Rest verschenkt. Hinter den Zucchini stehen zwei Gurkenpflanzen eines chinesischen Bekannten, der diese Gurkensorte — nachdem er sie aus China mitgebracht hatte — seit mehren Jahren in Deutschland vermehrt. Eine der Pflanzen macht sich ganz gut, die andere kümmert sehr vor sich hin. Noch ein paar Tage so weiter und ich rupf sie raus und ersetze sie mit einem Salat.

Es ist aber auch schon die B-Ware dieser Gurken, wenn man so will. Ich hatte vier Pflanzen vorgezogen, die zwei Vitalsten habe ich dann auch Ende Mai ins Beet gepflanzt. Leider war es noch so kühl, dass die Pflanzen praktisch nicht gewachsen sind und dann vom Schimmel überrollt wurden. Die B-Ware hat es dann aber geschafft die paar Sonnenstrahlen in Grünmasse umzusetzen.

Hinter den chinesischen Gurken dann fünf Gurken einer ukranischen Sorte. Diese Sorte hatte ich schon die letzten beiden Jahre. Von den schönsten Pflanzen hatte ich je eine Gurke vollreif werden lassen, um das Saatgut zu ernten. Hier kommt die Schwemme auch garantiert, die Sorte ist wirklich sehr wüchsig. Die Pflanzen sehen auch durchweg vitaler aus als die chinesischen, ich bin auf den Geschmackstest gespannt…

Zucchini Goldrush (vorne), Gurken aus China (Mitte) und aus der Ukraine (hinten)

Zucchini Goldrush (vorne), Gurken aus China (Mitte) und aus der Ukraine (hinten)

Auf Beet 4b wachsen drei Reihen Erdbeeren. Die Pflanzen habe ich letztes Jahr von der Solidarischen Landwirtschaft Gut Wegscheid in Aachen erhalten und sie haben sich seitdem unfassbar vermehrt. Ich hatte meine ich 4 oder 5 Pflanzen, inzwischen sind es über 20. Leider habe ich es verpasst Stroh unterzulegen, damit sie nicht faulen, sie heißen ja schließlich nicht umsonst „strawberries“. Der viele Regen tat sein übriges, geerntet habe ich eine gute Handvoll. Dennoch, lecker waren sie.

Zwischen den Erdbeeren steckt Knoblauch. Dazu habe ich letzets Jahr im September einfach Knoblauchzehen aus dem Supermarkt genommen und sie recht tief in den Boden gesteckt. Die daraus sprießenden Schloten haben problemlos überwintert und sind dann bei wärmeren Temperaturen im Frühling zu neuem Leben erwacht. Inzwischen dürfte der Knoblauch praktisch reif sein. Ich warte nur noch auf trockenes Wetter bis zu Ernte……… […]

Erdbeerpflanzen in Mischkultur mit Knoblauch

Erdbeerpflanzen in Mischkultur mit Knoblauch

Beet 5

Beet 5a lasse ich an dieser Stelle aus, da es sich um Saatgutpflanzen zur Vermehrung handelt. In einem späteren Beitrag dazu dann mehr.

Auf Beet 5b steht Zwergzuckermais ‚Jadegreen‘. Diesen Mais hatte ich vom Saatgutarchiv Bohls (siehe hier) und habe ihn schon letztes Jahr selbst vermehrt und wieder zurück ins Archiv gespeist. Er ist völlig problemlos zu ziehen. Ich habe die Pflanzen im Frühbeet vorgezogen und dann blockförmig und nicht in Mischkultur ausgepflanzt. Da Mais durch den Wind bestäubt wird, würde man bei einer Reihenmischkultur eine schlechte Befruchtung riskieren, die fehlende Körner auf dem Kolben zur Folge hätte, deswegen hier der „Blocksatz“.

Die Pflanzen dieser Maissorte sind recht klein und mehrtriebig (anders als der hiesige Futtermais). Die Kolben sind ebenfalls recht klein, haben aber dunkelgrüne Körner und schmecken süß und lecker. Die Kinder fanden ihn prima, er darf also auch dieses Jahr gerne bleiben. Gemulcht ist das Ganze mit Rasenschnitt. Das bringt ein paar Nährstoffe neben der Düngung mit Hornmehl, ich bin den Rasenschnitt los und muss seltener hacken. Ich mulche allerdings nur bei wenigen Kulturen, da das Mulchen sonst in meinen Augen mehr Nachteile (insbesondere Schnecken und unschöne Optik)  als Vorteile bringt.

Zwergzuckermais Jade Green

Zwergzuckermais Jade Green

Ebenfalls auf diesem Beet eine Handvoll Brokkolipflanzen. Diese hatte ich im Frühbeet vorgezogen. Wie jede Kohlpflanze ist Brokkoli überaus genügsam, genug Licht und Nährstoffe vorausgesetzt. Leider landete hier häufiger ein Taubenpärchen, das den Brokkoli arg dezimiert hatte. Das Spannen einer Schnur (Saatschnur) hat — wie in einem alten Buch beschrieben — sofort Abhilfe geschaffen, den Tauben scheint das unangenehm zu sein. Ich habe nichts weiter getan, als meine beiden Pflöcke mit der Saatschnur zu nehmen, dazu ein paar weitere Pflöcke und die Schnur dann kreuz und Quer dazwischen zu verspannen.

Brokkoli mit Taubenschutz

Brokkoli mit Taubenschutz

Beet 6

Auf Beet 6 stehen drei Reihen der Frükartoffel Annabelle. Ich hatte sie recht spät eingepflanzt (siehe hier), deshalb sind sie nicht so wirklich früh. Ich rechne mit eine Ernte Mitte Juli. Danach folgt dann auf dem gleichen Beet der Grünkohl. Der wird bereits im Frühbeet vorgezogen.

Frühkartoffeln Annabelle

Frühkartoffeln Annabelle

Garagenwand

An der roten Garage stehen zwei Spaliere. Ein roter Berlepsch und ein roter Boskoop, beides Apfelsorten , die ich auch sehr gerne roh mag. Die Spaliere haben sich wie ich finde prächtig gemacht. Hatte ich sie doch erst Ende 2014 als ganz normalen Busch gepflanzt und dann als blutiger Anfänger mit mehr oder eher minder gekonntem Schnitt dazu bewegt am Spalier zu wachsen. Letzes Jahr hatte ich von beiden Bäumen zusammen ganze drei Äpfel. Wenn alles gut geht, werden es dieses Jahr wohl Faktor 10 so viele sein, beide Bäume hängen ziemlich voll. Leider haben einige Triebspitzen Blattlausbefall mit Ameisenbesuch. Allerdings noch nicht so schlimm, als dass ich anfangen würde Kernseife zu reiben…

Apfelspalier roter Berlepsch

Apfelspalier roter Berlepsch

Apfelspalier roter Boskoop

Apfelspalier roter Boskoop

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